Entwicklungsgeschichte der „Mannlicher-Schönauer“  Jagdstutzen

 

Die beiden Waffenkonstrukteure  Karl  Ritter von Mannlicher und Schönauer entwickelten Anfang des  

20. Jahrhunderts den Jagdrepetierstutzen „Mannlicher –Schönauer“ Modell 1903, der in seiner 70jährigen 

Erzeugungszeit Weltruhm erlangte.Die bedeutendste Entwicklung auf dem Gebiet der Jagdbüchsen war im

letzten Viertel des vorvorigen Jahrhunderts die Einführung des rauchlosen Treibladungspulvers und im

Zusammenhang damit die Entwicklung kleinkalibriger Mantelgeschosspatronen.

 

1903 kam der legendäre „Mannlicher- Schönauer“, eine für damalige Verhältnisse sehr moderne Repetierbüchse

heraus, die zweifellos als Sensation im Jagdwaffenbau angesehen werden kann. In dieser Ausführung, ganz

 geschäftet und mit einem nur 45 cm langen Lauf ausgestattet, wurde diese Waffe zu einem Weltbegriff. Sie

 wurde aufgrund ihrer Handlichkeit eine überaus beliebte Waffe des Hochgebirgsjägers.

 

Auch im übrigen Donauraum, den Karparten und sogar in Afrika

wurde die „Mannlicher-Schönauer“ zu einem festen Begriff.

Starke Karpatenhirsche, Bären, grobe Sauen und in Afrika  sogar

Großwild bis zum Elefanten wurden damit gestreckt. Dazu muß man

allerdings bedenken, dass zur Zeit der Einführung von Waffe und

Patrone fast ausschließlich ohne Zielfernrohr, also über die offene

Visierung gezielt wurde.

 

In den 50er Jahren wurde der „Mannlicher Schönauer“ für viele moderne

Kaliber eingerichtet. Weiters kam eine lautlose Schiebesicherung dazu und wurde für den Einsatz von Zielfernrohren

erweitert. Die Vorrichtung zum Laden mit Ladestreifen wurde als nicht mehr zeitgemäß angesehen und weggelassen.

Außerdem wurde er nicht mehr ausschließlich als Jagdstutzen, sondern auch als Büchse gefertigt.

 

Der  legendäre „Mannlicher Schönauer“ ist heute noch eine faszinierende Jagdwaffe. Handlich,  ausgewogen und

zweifellos auch schön, vermittelt sie in hohem Maße Nostalgie und Rückbesinnung auf eine längst vergangene Zeit

und eine untergegangene Welt mit einer sehr hohen Jagdkultur. Auch heute noch zeitgemäß ist die Verschluss- und

Schlossauslegung mit einem überragend weichen Schlossgang. Und von der Neuzeit  nicht oder gar nicht übertroffen

ist die Auslegung des Trommelmagazins mit seiner wohl einzigartigen Entlademöglichkeit. So betrachtet war der

Mannlicher-Schönauer“ ein großer technischer Wurf und daraus resultierend wohl mit die berühmteste Jagdwaffe

des vorigen Jahrhunderts.

 

Wir erzeugen nun wieder nach diesem System. Nur noch sehr wenige besitzen die Fähigkeit,

diese Waffe herzustellen. Herr Erich Schoder kann für sich das Privileg in Anspruch nehmen, der letzte Lehrling

gewesen zu sein, der das Handwerk der Fertigung dieser legendären Büchse von Grund auf erlernt hat.

 

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